Walk in Time

26.09.2019
Abheben - Finissage - Video

Die letzten Meter, weit weg vom Fluss - aber doch in der Zeit. Ein kleines Video vom Abschluss der Performance "Walk in Time" vom 21.09.2019 auf der Startbahn des Flughafens Neuhausen ob Eck. Nehmt euch die Zeit!

24.09.2019
Abheben - Finissage - Ziel

Am Samstag, den 21.09 um 13:09:27 wurde die Ziellinie von Daniel Beerstecher überschritten. Die Performance "Walk in Time" endete mit einer Meditation auf der Startbahn des Flughafen Neuhausen ob Eck. Der künstlerische Slow-Walk Marathon von exakt 42,195 km war ein weiterer Höhepunkt der Donaugalerie 2019 in Tuttlingen. Danach gab es eröffnende Worte von Marcus Gaudoin, Künstler und Vorsitzender des Kunstverein TowerAteliers e.V. und eine einführende Rede von Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck (Kuratorin der Donaugalerie) zum Künstler Daniel Beerstecher und dem Kunstwerk “Walk in Time”. Nach einer angeleiteten Meditation von Vilas Turske gab es ein kurzes Künstlergespräch und einen gemeinsamen Ausklang in den Abend. Wir danken dem Kunstverein TowerAteliers e.V., dem Museum ArtPlus in, der Kunsthalle Göppingen und der Donaugalerie Tuttlingen für den tollen Abschluss.

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Kurz vor der Ziellinie. Foto: Stanislaus Plewinski
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Schritt für Schritt. Foto: Stanislaus Plewinski
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Dem Ziel entgegen. Foto: Jens Thielmann
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Angekommen. Foto: Jens Thielmann
21.09.2019
Abheben - Finissage - Walk in Time - HEUTE!!!
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Abheben - Finissage - Walk in Time - Flughafen Neuhausen Ob Eck

Hiermit laden wir Sie herzlich zum Zieleinlauf und Abschluss der Performance „Walk in Time“ von Daniel Beerstecher im Rahmen des Skulpturenprojektes der Donaugalerie Tuttlingen, am Samstag, den 21.09 um 12:30 auf dem Flughafen Neuhausen Ob Eck ein.

Daniel Beerstecher wird am Samstag, den 21.09. nach zehn Wochen seinen Marathon der Entschleunigung beenden und die Ziellinie auf der Startbahn des Flughafen Neuhausen Ob Eck um voraussichtlich 13:00 Uhr überqueren. Über die gesamte Dauer der Performance bewegte sich der Künstler im Slow Walk etwas 120 Meter die Stunden fort, sechs Stunden am Tag und sechs Tage die Woche. Vom Museum ArtPlus in Donaueschingen an der Donau entlang, im Fluss der Zeit, nach Tuttlingen.

Für die Feier, welche keine Siegesfeier im klassischen Stil sein wird, steht der Flughafen ganz im Zeichen der Kunst und ist für den regulären Flugverkehr gesperrt. Auf der Startbahn - nach der Überquerung der Ziellinie, wird die Entschleunigung noch einmal zelebriert und Daniel Beerstecher wird sich setzen und meditieren.

Zeitgleich wird es eine offizielle Begrüßung durch den Kunstverein “Friends of Tower” geben und die Leiterin der Donaugalerie Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck wird uns das Werk von Daniel Beerstecher vorstellen. Durch eine Einführung in die Meditation und mit der Begleitung von Vilas Turske wird dann das Publikum an der Entschleunigung dieser Langzeitperformance teilnehmen.

Vilas Turske, hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und sich seitdem intensiv mit der Kunst in unterschiedlichen Medien auseinandergesetzt. Heute arbeitet er als Fotograf. Als Galerist und Kunsthändler war er mit seinen Galerien in Los Angeles, London und Zürich tätig und hat viele bekannte Künstler vertreten, wie z.B. James Turrell und Frank Stella. Als er durch eine Krankheit, vermutlich ausgelöst durch das intensive Leben im internationalen Kunst-Jetset, bewegungsunfähig wurde, begann er sich 2001 intensiv mit Yoga und Meditation zu beschäftigen und gewann so seine Bewegungsfreiheit zurück. Heute leitet er mit Lalla Turske die parApara yogaAkademie in Potsdam, gibt internationale Workshops und Seminare zu Achtsamkeit, bewusster Atmung, Meditation und Yoga-Philosophie. Sowohl als Künstler als auch als Lehrer wird er das Publikum zu einer intensiven persönlichen und universellen Erfahrung führen um so an der Entschleunigungserfahrung von Daniel Beerstechers Performance teil zu haben.

Im Anschluss gibt es eine Pause mit Essen und Getränken.

Ab ca. 15:30 Uhr findet ein Künstlergespräch zwischen Daniel Beerstecher und Vilas Turske statt, mit anschließenden Fragen aus dem Publikum.

Wir würden uns über eine Rückmeldung über Ihr kommen freuen, damit wir mit Essen und der Bestuhlung für die Meditation besser planen können!
Bitte beachtet: Das Flugfeld darf nur von autorisierten Personen betreten werden, damit die Landebahn innerhalb kürzester Zeit geräumt ist, um Flugzeugzeugen das Notlanden zu ermöglichen.

20.09.2019
Gemeinsam im Slow Walk - dem Ziel entgegen.

Vielen Dank für die vielzähligen Besuche am Wegesrand und die mutigen die mit mir ein Stück entschleunigten.

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19.09.2019
(Teil 2) Kunst und Wissenschaft

Walk in Time wird unterstützt und Begleitet durch das Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft (Fachgebiet Stadtquartiersplanung) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im folgenden erklärt Dr. Peter Zeile (im Teil 2 des Interviews) was man bei der Edition 2 sehen kann:

Was sieht man auf den zwei Editionen sieht, wie kann man diese lesen/verstehen?

Wir haben hier jetzt das erste Mal eine neue Methode für unsere Zwecke eingesetzt. Die Spirale ist verhältnismäßig einfach zu lesen, sie beinhaltet Informationen zur "Bewegungsintensität", der "Herzfrequenz" und "Blutimpulswelle“. Auf der inneren Spirale (Farbraum türkis bis rot) ist über die Farbe die Intensität der Herzfrequenz zu erkennen, wobei ein Wert in Türkis eine niedrige Frequenz um 50 Schläge pro Minute repräsentiert. Dunkelrot sind Werte um 140. Die Länge Balken zeigt wiederum an, wie hoch die Bewegungsintensität während des Tages ist.
Die äußere Spirale zeigt nun die „Blutimpulswelle“ an, ein Wert, der wissenschaftlich heiß diskutiert wird, der aber einen guten Eindruck über den „Stress“ bzw. die „Entspannung“, die die Person zu dem Zeitpunkt empfunden hat, liefert. Hellblaue/hellgraue geben einen Hinweis auf Entspannungsphasen, je dunkler die äußere Spirale ist, desto mehr Stress hatte der Proband.

Schauen wir uns nun den Tag von Daniel am 3.8. an.
Aufgestanden ist er um 7.00 Uhr (oder hat dann erst das Gerät eingeschaltet. Nach dem Aufwachen hat er sich normal bis intensiver bewegt (lange Balken) und eine Herzfrequenz bis 7.30 Uhr um die 70 Schläge. Dann wird die Bewegung intensiver, die Herzfrequenz steigt bis kurz vor 8.00 Uhr. Interessant ist nun, dass kurz vor 8.00 Uhr, vor dem Start an diesem Tag, Daniel erstmal sich von der Bewegung beruhigt (außer die Minuten um 8.00 – schätze da gab es noch mal Lockerungsübungen), und dann kommt er in seinen langsamen Laufmodus, die Balken werden sehr kurz. Auffällig ist allerdings dabei, dass er sehr viel Stress empfunden hat, mit kurzen Erholungsphasen, und der Herzfrequenz bis kurz vor 10.00 Uhr sehr hoch war. Ab da entspannt er sich bis zum Ende seiner Morgentour. 11.30 Uhr bewegt er sich entspannt, aber wieder „normal“. Schön zu sehen auch, der Start im Bewegungs-Balken um 16.00 Uhr. Höhere Herzfrequenz, durchschnittlicher Stress bis hin zur Entspannung. Nun muss man ihn mal fragen, was a) zwischen den Läufen los war, und warum er so „aufgeregt“ war am Anfang des Laufes morgens. Das langsame Gehen scheint doch sehr anstrengend zu sein!

Vielen Dank für die tolle Unterstützung und das Interview für "Walk in Time".

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Editions-Bild vom 03.08 - Analyse
18.09.2019
Im Funkloch im Altental

ACHTUNG! Vom 18.09.-19.09. ist kein Livestream verfügbar, da Daniel Beerstecher zwischen Tuttlingen und dem Flughafen Neuhausen im Altental in einem Funkloch ist.

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Netzabdeckung im Altental bei Tuttlingen
17.09.2019
(Teil 1) Kunst und Wissenschaft
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Walk in Time wird unterstützt und Begleitet durch das Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft (Fachgebiet Stadtquartiersplanung) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Wer und was hinter dem Projekt Urban Emotions steckt und warum Kunst und Wissenschaft sich gegenseitig bereichern können, verrät Dr. Peter Zeile im Interview:

Wer bist du?
Mein Name ist Peter Zeile, und ich habe die zusammen mit einem Kollegen die Urban Emotions Initiative gegründet. Studiert habe ich Raum- und Umweltplanung in Kaiserslautern. Meine Promotion “Echtzeitplanung” befasste sich mit dem Forschungsfeld von digitalen Planungsmethoden. Dabei geht es darum, wie mithilfe von digitalen Werkzeugen raumrelevante Planung „besser“ gemacht werden kann. Zum Beispiel durch das messen und kartieren von Emotionen (“emomapping”). Mittlerweile bin ich am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an der Architekturfakultät, Fachgebiet Stadtquartiersplanung, gelandet und „Urban Emotions“ hat sich als ein zentraler Bestandteil meiner Forschungsaktivitäten etabliert.

Was ist Urban Emotions?
Urban Emotions ist ein von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) finanziertes, kooperatives Grundlagenforschungsprojekt, bei dem ich mit meinem Kollegen Bernd Resch von der Universität Salzburg und vielen interessierten weiteren Partnern versuche, aus verschiedenen Quellen Informationen zu generieren, wie sich die Menschen in der Stadt, aber auch in der Natur fühlen. Der eigentliche Titel „Methodenentwicklung zur Gewinnung von Kontextuellen Emotionsinformationen für die Räumliche Planung auf Basis von Echtzeit-Humansensorik und Crowdsourcing-Ansätzen in Sozialen Netzwerken“ klingt ja etwas sperrig, zeigt aber, um was es uns eigentlich geht. Wir wollen mithilfe von „biostatistischen Sensoren“, aber auch Informationen aus sozialen Medien herausfinden, wo an welcher Stelle sich Menschen wie fühlen und am besten auch die Ursache dafür herausfinden. Am besten gelingt das am Beispiel „Stressempfinden“, einem emotionalen Konstrukt aus Ärger und Angst. Dies ist mithilfe von körpernahen Sensoren verhältnismäßig einfach zu messen. In Verbindung mit einem GPS-Signal können wir dann auch die Position der emotionalen Reaktion im Raum ermitteln. Stresstests haben wir schon sehr erfolgreich bei Fußgängern und Radfahrern durchführen können.

Warum ist das Projekt Walk in Time spannend für dich?
Und jetzt kommt Daniel’s „Walk-in-Time“ ins Spiel, vom Setting her ein unheimlich spannender Versuchsaufbau. Wenn ich hier mal eher nüchtern wissenschaftlich das beschreiben darf: Wir haben einen Probanden, der sich mehr als 10 Wochen dazu bereit erklärt, seine Position (GPS), seine “Erlebnisse” (Kamera) und alle biostatistischen Signale (Sensoren) aufzuzeichnen. Fast schon „Quantify Self“ für unsere Forschungszwecke – besser geht’s nicht. Was mich neben dem Projekt und der Idee interessiert ist: Funktionieren die Sensoren zuverlässig über diese lange Zeit? Können wir feststellen, ob Daniels meditatives Laufen funktioniert? Oder auch manchmal nicht und warum? Auch die Frage, wie wir diese unglaubliche Datenmenge an Videomaterial und statistischen Daten im Nachgang aufbereiten können, auf Karten, animiert oder viele andere Ansätze in diesem Bereich interessieren mich sehr.

17.09.2019
Fortsetzung ( Teil 1) Kunst und Wissenschaft
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Urban Emotions - Stressempfinden messen und Stadt und Land besser machen.

Warum es Sinnvoll ist, wenn Wissenschaftler und Künstler sich zusammentun und gegenseitig inspirieren
Über den Tellerrand schauen ist glaube ich für jede Disziplin, sehr wichtig. Nur so gibt es neue Impulse, Inspiration und vielleicht auch eine neue Sichtweise auf ein vielleicht wissenschaftliches Problem, andererseits nutzen ja auch viele Künstler bewusst oder unbewusst wissenschaftliche Methoden bzw. neue Technologien.
Wie auch in diesem Fall hier, wir haben uns als Team zusammen gefunden über einen Kollegen, selbst Künstler, der auf einer Wissenschaftstagung war, auf der ich mein Projekt vorgestellt habe. Ich glaube, sobald man angefangen hat zu diskutieren, und dann auch feststellt, wo sind die Überschneidungen, wo spricht man „dieselbe“ Sprache, dann kann was sehr schönes neuartiges Entstehen. Anfangen, ins Tun kommen, Ausprobieren, Neugierig sein, aber auch Spaß an einem Thema haben, sind alles Grundvoraussetzungen, die sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft unerlässlich sind. Hier hat es glaube ich sehr gut funktioniert, und ich bin gespannt auf die retrospektive Auswertung!

16.09.2019
Edition 1: Langsames Gehen
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Jeder Tag der Performance als Kunst Edition - Ansicht zeigt den den 19.07.2019

Die Performance „Walk in Time” spielt mit dem Spannungsfeld von meditativer Fortbewegung in der Natur und der technischen Produktion von Daten. Daten, die normalerweise genutzt werden um sich selbst zu optimieren und zu verbessern. Hier dienen sie aber auch als Grundlage für Kunstwerke. Unter: Editionen findet Ihr alle weiteren Informationen und könnt noch zu einem günstigen Preis einen Tag reservieren. Im folgenden wollen wir die Edition 1: "Langsames Gehen" vorstellen.

Edition 1 - Langsames Gehen
Ein Fuß vor den anderen im Fluss der Zeit; das wird festgehalten in einer Edition. Jedes Bild zeigt einen Tag der Performance. 26 Videostills werden pro Tag dem sechsstündigen Livestream entnommen. Alle 10 Minuten wird so ein Moment festgehalten. Das Bild entsteht aus der Gesamtheit der Momente (Videostills). Sie sind geordnet und ausgewählt damit auf jedem Bild zwei Schrittfolgen zu erkennen sind. Tag für Tag. Schritt für Schritt. Je nach Tag, Wetter und abwechselndem Untergrund geschieht auf den Bildern sehr wenig, oder sehr viel. An manchen Tagen kann man z.B. durch den Verlauf des Schattens die vergangene Zeit erahnen. An anderen Tagen wird es Regen und Sonnenschein geben, der Untergrund wechselt häufig, was Einfluss auf die Farbe und Lichtintensität der einzelnen Stills haben wird.
Jede einzelne Edition beinhaltet voraussichtlich 60 Bilder (40 x 60 cm), die wiederum aus 26 Videostills bestehen. Die genaue Anzahl der Bilder in einer Edition richtet sich nach der benötigten Anzahl der Tage um den Marathon zu beenden. Der Preis pro Bild liegt bei 320€ (gerahmt). Eine Ahnung über die Beschaffenheit eines Bildes bekommt man, wenn man sich durch das Archiv der bisherigen Tage klickt. Sofern Sie ein Bild aus einem Wunschtag haben, der noch nicht vergeben ist, können Sie sich diesen Tag reservieren. Die Auslieferung findet nach einer Bearbeitungszeit von ca. 2 Monaten nach Beendigung der Performance statt.
Sichern Sie sich zwei kleine Schritten des Künstlers Daniel Beerstecher in einer unvergleichlichen Performance, die während dem Skulpturenprojekt der Donaugalerie 2019 statt fand.

∓60 Bilder, Fine-Art-Papier, 40 x 60 cm (gerahmt)
Auflage: 3 + 1 AP
Preis pro Einzelbild/Tag: 320€
Preis gesamte Edition mit ∓60 Bildern: Preis auf Anfrage.

Mehr Informationen unter: https://walk-in-time.de/edition

13.09.2019
Gaaaanz langsam - Zeitungsbericht Gränzbote Tuttlingen
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Gaaaanz langsam - Zeitungsbericht Gränzbote Tuttlingen

TUTTLINGEN (sbh) - Der Performance-Künst­ler Daniel Beerstecher ist am Dienstag mit sei­nem Projekt „Walk in Time" in Tuttlingen angekommen - und sorgte für viele Blicke und kurz­zeitig gesperrte Straßen. Denn der Künstler läuft einen Marathon -42 Kilometer entlang der Do­nau von Donaueschingen bis Neuhausen. Das Besondere: Er geht ziemlich langsam. Insgesamt 60 Tage bei jeweils sechs Stunden Gehzeit hat er für die Strecke eingeplant. Damit wird er zur le­benden und wandelnden Skulptur. Nun führte ihn am Dienstagvormittag sein Weg durch die Tuttlinger Innenstadt. Unter den Augen zahlrei­cher Schaulustiger, Fotografen und Fernseh­teams setzte Beerstecher ganz behutsam einen Fuß vor den anderen. Autofahrer an der Kreuzung Untere Hauptstraße und Königstraße mussten sich ein paar Minuten gedulden, bis der Künstler die Straße, die durch die Polizei abge­sichert wurde, überquert hatte. Seine Performan­ce überträgt Beerstecher Live im Internet auf sei­ner Webseite www.walk-in-time.de - die Kamera immer auf seine sich langsam bewegenden Füße gerichtet. FOTO: SEBASTIAN HEILEMANN

12.09.2019
Von Gelassenheit im Getümmel der Stadt - SWR Beitrag

SWR Beitrag vom 11.09.2019 in Landesschau Baden-Württemberg: SWR BEITRAG HIER

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Still aus dem SWR Beitrag vom 11.09.2019 in Tuttlingen
10.09.2019
Slow Walk durch das Stadtleben

So anstrengend das langsame Gehen auch ist, so ist es auch erholsam für den Kopf. Das tiefe Versunken-Sein und das Ausüben von Meditationstechniken erzeugt eine innere Ruhe und Gelassenheit, wie ich sie bisher noch nicht gekannt habe. Heute wurde ich jedoch auf die Prüfung gestellt. Mein Slow Walk führte mich durch die Innenstadt von Tuttlingen, wo das laute Stadtleben mit Krämermarkt in der Fußgängerzone, eiligen Passanten und noch schnelleren Autos auf mich einstürmten. Drei Straßen musste ich auf meinem Weg überqueren.

Durch die Bemühungen von Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck, Kuratorin der DONAUGALERIE/ Leiterin der Galerie der Stadt Tuttlingen und mit der Unterstützung des Oberbürgermeisters von Tuttlingen, wurde die Polizei angewiesen den Verkehr für mich zu stoppen, damit ich sicher die Straßen überqueren konnte. Begleitet von einem Fernsehteam, der lokalen Presse und vielen Schaulustigen ging es dann über die Straßen. Mit hohem Puls und äußerlicher Ruhe habe ich diese Herausforderung gemeistert. Vielen Dank an die Polizei für die tolle Unterstützung.

Der SWR Beitrag wird morgen, am Mittwoch um 18:45 in der Landesschau Baden-Württemberg zu sehen sein.

Credit Filmmaterial: Stanislaus

08.09.2019
Wichtige Unterstützung zur richtigen Zeit
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Unterstützer auf meinem Weg

Aufgrund seiner Dauer von mehreren Monaten und der intensiven Vorbereitung, die sich über 2 Jahre erstreckt hat, ist der finanzielle Aufwand von Walk in Time sehr hoch. Auch der technische Aufwand und die große Menge an Daten, die übertragen werden müssen, schlagen zu Buche. Immer wieder droht das Kunstprojekt zu scheitern. Trotz intensiver Sponsorenanfrage und Fördermittelakquise sah es bis 3 Monate vor dem Start jedoch nicht danach aus, als ob ich mein Projekt würde realisieren können. Zu einem Wendepunkt kam es, als die renommierte Ritter-Sport-Kunstförderung das Projekt finanziell mit einem nennenswerten Betrag unterstützte. Vermutlich hat dieses Engagement dazu geführt, dass in Folge weitere Firmen und Stiftungen ihre Unterstützung zugesichert haben. Darüber hinaus hat mir die Zusage eines Atelier/-Projektförderstipendium des Kulturamts Stuttgart den Rücken freigehalten. Des weiteren hat ein sehr gutes Arbeitsverhältnis bei der Firma L-EDV GmbH die intensive Vorbereitung unterstützt. Die flexiblen Arbeitszeiten haben es mir ermöglicht fast täglich den Slow-Walk zu trainieren. Trotz vieler Absagen bei Fördermittelanträgen mit gesichertem Einkommen, habe ich mein Glück weiter versucht. Diese flexiblen Arbeitszeiten und das Entgegenkommen der Firma L-EDV GmbH ist sicherlich keine Selbstverständlichkeit, weshalb ich auf diesem Wege ganz herzlich Harald Lorleberg für seine Unterstützung danken möchte!

Ohne diese Unterstützung wäre die Realisation von Walk in Time wahrscheinlich kaum möglich gewesen. Mein besonderer Dank gilt daher ganz besonders der Ritter-Sport Stiftung, der L-EDV GmbH und dem Kulturamt Stuttgart für ihre Unterstützung!

07.09.2019
Mein Zuhause für die ersten 5 Wochen (Zu Verkaufen)

Zur Entschleunigung gehört für mich auch eine Reduzierung auf das, was wirklich nötig ist… Ein Schlafplatz und Rückzugsort gehört auf jeden Fall dazu. Da in der Ferienzeit sowohl Hotels und Ferienwohnungen als auch Wohnmobile für ein Kunstprojekt mit kleinem Budget, sehr teuer sind, habe ich mich sehr gefreut, dass Bernhard Sting mir seinen Mini-Wohnwagen geliehen hat.. Bernhard Sting war schon bei anderen Kunstprojekten dabei und hatte mit mir das Segelboot für das Land-Sailer-Projekt zum straßentauglichen Land-Segler umgebaut. Der Mini-Wohnwagen ist auch ein Unikat: Mit Liebe zum Detail, aus einem Anhänger und einem Fiat-Kastenwagen selbst zusammengebaut. Das Raumwunder hatte alles was ich für meine Performance brauchte. Elektrisches Licht, Spülbecken mit elektrischer Wasserpumpe, Tisch und genügend Stauraum für mein Equipment. Ich musste mir so bei starken Regen und Gewittern keine Sorgen um meine Ausrüstung machen.

Dieses Gefährt wird nun von Berni zum Verkauf angeboten. Wer also einen echten Hingucker, ein echtes Unikat und Liebhaberstück haben möchte, welches, wie ich selbst auf dem Campingplatz erfahren habe, jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zieht, kann sich gerne bei mir melden und ich vermittle den Kontakt. Vielen Dank an Bernhard Sting für diese mobile Unterstützung.

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Mini-Wohnwagen mit Vordach
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Tagsüber verwandelt sich das Bett in eine Bank mit Schreibtisch
05.09.2019
Fern und Nah
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Daniel Beerstecher - Reisen als Kunst

Weltweit ist Daniel Beerstecher als Künstler unterwegs. Das Reisen ist ein wichtiger Bestandteil seiner Kunst und damit immer die Frage nach dem Verhältnis von Kultur und Natur. Die Orte der Kunst sind dabei oft weit weg - egal ob mit einem straßentauglichen Segelboot in Patagonien, einer Reise von der Großstadt in den Dschungel in São Paulo oder mit dem Surfbrett unter dem Arm durch die Sahara. Doch rechtfertigt es die Kunst, nach wie vor durch die Welt zu fliegen, obwohl wir wissen, dass das Fliegen zu einem ungleich großen CO2 Ausstoß führt?
Daniel Beerstecher versucht auch hier neue Weg einzuschlagen. Walk in Time ist durch den Slow-Walk nicht nur eine Entschleunigung, sondern auch ein Projekt der Nähe. Durch die Liveübertragung kann man von jedem Ort der Welt mit einer Internetverbindung die Performance mitverfolgen. So kommt die weite Welt zu Daniel Beerstecher an die Donau.

04.09.2019
3/4 der Strecke sind geschafft

Heute sind schon 3/4 der Performance Walk in Time geschafft. Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und ich begehe das letzte Viertel meines Slow Walks. Am Dienstag, den 10.09, werde ich - über den Rathaussteg kommend - in die Fußgängerzone von Tuttlingen einlaufen. An den Hauptverkehrsstraßen wird die Polizei den Verkehr für die Performance stoppen, so dass ich im meditativen Gang die Straßen ungefährdet überqueren kann. Am gleichen Abend um 19:30, gibt es dann ein Künstlergespräch in der Galerie der Stadt Tuttlingen.
Danach geht es weiter und aller Voraussicht nach werde ich am 21.September an meinem Ziel, der Startbahn des Flughafens Neuhausen ob Eck ankommen. Gerne diesen Termin vormerken, eine Einladung folgt die Tage.

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Walk in Time - Im Schatten der Zeit
02.09.2019
Einführung in die Achtsamkeit - Besuch des Museum ArtPlus

Letzten Samstag, den 31.08, besuchte mich eine Gruppe von Kunstfreunden des Museum ArtPlus und der Donaugalerie Tuttlingen zum Mittag an meiner Wegstrecke. Neben einem Künstlergespräch habe ich eine Einführung in einige Achtsamkeitstechniken gegeben, die im Alltag, auf dem Weg zur Arbeit, bei Spaziergängen oder bei anderen Begebenheiten, bei denen man zu Fuß unterwegs ist, angewendet werden können. Dabei ging es zuerst einmal nicht um eine körperliche Entschleunigung und um meinen Slow-Walk, sondern um das Schärfen der Sinne, damit man seine Umwelt wieder mit vollem Bewusstsein wahrzunehmen kann. Am Ende der zweistündigen Veranstaltung habe ich noch eine Einführung in das langsame, meditative Gehen gegeben. Die Teilnehmer konnten mich noch eine Zeit lang begleiten, ehe ich nach und nach wieder alleine meines Weges gegangen bin.

01.09.2019
Stanislaus Plewinski, Fotograf, Filmer und Kunstvermittler

Seit dem dritten Tag meiner Performance besucht mich Stanislaus Plewinski, der Fotograf der Donaugalerie Tuttlingen, egal ob bei Regen, Hitze oder in den frühen Morgenstunden. Immer mit dem Fahrrad unterwegs, findet er mich schnell und dokumentiert mein meditatives Gehen.

Darüber hinaus ist er mein Weg-Scout und schaut schon Tage im Voraus, ob die Wege, die ich mir über Google-Maps zurechtgelegt habe, überhaupt begehbar sind, oder ob es nicht sinnvolle Alternativen mit schöneren Motiven gibt. Aber damit noch nicht genug: Gleichzeitig übernimmt er noch den Job der Kunstvermittlung. Da die Leute sich nicht trauen mich anzusprechen, weil ich in meine Meditation versunken bin, sind sie oftmals froh, dass sie sich mit ihren Fragen an den Fotografen wenden können. Finden diese Gespräche in meiner Nähe statt, höre ich dadurch die Resonanz des Publikums, erfahre, was sie über die Performance denken und was sie zum Thema der Langsamkeit zu sagen haben. All diese Aufgaben übernimmt Stanislaus Plewinski ehrenamtlich, weil er großen Gefallen an dem Projekt gefunden hat!

Herzlichen Dank, lieber Stanislaus, für deinen großen Einsatz und die schönen Filme, Fotos und Gespräche, welche die Blogeinträge wunderbar ergänzen!!

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30.08.2019
Heute am Wegesrand

Mein langsames Gehen hat die Maus in zwei Meter Abstand am Wegesrand nicht aufgeschreckt...
Wahrscheinlich war es mein Geruch, der ihr instinktiv gesagt hat, dass hier irgendetwas nicht stimmt.

29.08.2019
Die Verheißung / Der Anschluss

Entlang der Donau werden überall neue Glasfaserkabel verlegt. Für mehr Internet, für mehr technische Entwicklung und noch mehr Geschwindigkeit in den ländlichen Regionen.
Wenn sich Daniel Beerstecher hier mit den Leuten der kleinen Ortschaften aufgrund seines Projekts über Geschwindigkeit, Wachstum und Zukunft unterhält, dann bemerkt er oft, das viele gerne die Zeit anhalten würden. Ganz oder vielleicht auch nur ein bisschen, um etwas durchatmen zu können. Die rasanten, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen führen auch auf dem Land zu großem Druck und Beschleunigung.

Bei seinem Projekt Walk in Time geht es aber nicht generell darum, diese Entwicklungen und den Fortschritt in Frage zu stellen, immerhin ist die Live-Übertragung der Performance nur mit modernster Technik möglich. Die Performance spielt mit der Entschleunigung und der modernen Technik und will anregen über die aktuellen Entwicklungen der Beschleunigung nachzudenken. Welche Möglichkeiten gibt es in dieser turbulenten Welt wieder durchatmen zu können? Wo ist Schnelligkeit von Vorteil? Einfach mal langsamer gehen und aufmerksam durch seine Umwelt streifen, könnte ein Anfang sein.

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Entwicklung der ländlichen Region durch das Verlegen von Glasfaserkabel für ein schnelleres Internet.
27.08.2019
Beppo der Straßenkehrer

Besser als Beppo der Straßenkehrer kann man eigentlich nicht wiedergeben, was ich gerade mache und wie ich es bis jetzt durchgehalten habe.

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Zitat aus Michael Endes "Momo"
26.08.2019
Die Ausrüstung

Ein Slow-Walk als Dauerperformance mit wechselnden Untergründen und verschiedensten Wetterlagen ist eine Herausforderung für den Geist und den Körper. Deshalb ist ein gutes Equipment essentiell für den Erfolg der Performance. Gleich zwei Unternehmen aus Süddeutschland haben mich großzügig unterstützt.

Zum einen Joe Nimble, ein Schuhhersteller aus Bietigheim-Bissingen, welcher besondere Barfußschuhe mit kompromissloser Zehenfreiheit herstellt. In der Gehmeditation ist das Erspüren des Weges und die Konzentration auf den Augenblick ein wichtiger Aspekt. Die dünne Sohle ermöglicht den Kontakt zur Erde und hilft mir bei der Mediation. Nach 6 Wochen Slow-Walk halten die Schuhe, was Sie versprechen: Zehenfrei, schmerzfrei und kopffrei.

Und zum anderen Vaude aus Tettnang-Obereisenbach, ein nachhaltig hochwertiger Outdoor-Ausrüster, der mir fast die komplette Bekleidung und den Rucksack zur Verfügung stellt. Von kaltem über heftigen Regen bis zu Sonne satt und Hitze - all das kann mich an einem Tag ereilen und deshalb ist die Outdoor-Funktionskleidung von Vaude perfekt. Bei wenig Bewegung hält sie warm und bei steigenden Temperaturen nimmt sie wenig Raum im Rucksack ein. Der überwiegende Teil der Kleidung stammt aus der “Green Shape Core Collection”, welche neue Maßstäbe im Bereich der Nachhaltigkeit setzt und somit sehr gut zu meinem Slow-Walk passt. Von den Ressourcen (Naturmaterialien, biobasierende und Recycling Rohstoffe) über die Herstellung (Faire Arbeitsbedingungen, umweltschonender Herstellungsprozess) bis zum Vertrieb (Green Logistik) wird konsequent auf neue Wege gesetzt.

Vielen Dank also an beiden Familienunternehmen Joe Nimble / Bär Schuh GmbH und VAUDE Sport GmbH & Co. KG, welche mich auf meinem Weg unterstützen und die Performance “Walk in Time” ermöglichen.

25.08.2019
Zu Besuch bei Daniel Beerstecher

Seit dem 14. Juli ist der Künstler Daniel Beerstecher mit seiner Performance „Walk in Time“ an der Donau unterwegs. In seinem meditativen „Slow Walk“ legt er täglich in sechs Stunden nur etwa 700 Meter zurück. Ziel ist der Flughafen in Neuhausen ob Eck. Das Team des Museum Art.Plus in Donaueschingen, an dem Beerstecher seine Reise begann, besucht den Künstler am 31. August in Möhringen und lädt Interessierte ein, es zu begleiten. Beerstecher wird dort sein Projekt vorstellen und die Teilnehmer anschließend in die Themen Achtsamkeit und Meditation einführen sowie praktische Anleitungen zum meditativen Gehen geben. Wer möchte, kann den Künstler danach einige Zeit begleiten.

Info: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung bis Mittwoch, den 28. August, unter info@museum-art-plus.com oder 0771-89 66 89-0. Treffpunkt ist um 13:15 Uhr in der Josefstraße, Ecke Museumsweg, zur gemeinsamen Anfahrt mit privaten PKWs. Bitte Halstuch und festes Schuhwerk mitbringen.

Der generelle Treffpunkt (für alle die nicht aus Donaueschingen anreisen) ist um 14 Uhr im Industriegebiet zwischen Tuttlingen und Möhringen an der Straßenkreuzung: Unter Haßlen / Im Mittleren Ösch (bei Firma Binder GmbH, 78532 Tuttlingen)

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17.08.2019
Erfahrungen aus 5 Wochen Performance
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Halbzeit bei Walk in Time

21,1 Kilometer sind geschafft, die Hälfte meines meditativen Marathons entlang der Donau, von Donaueschingen über Tuttlingen bis zum Zieleinlauf auf der Startbahn des Flughafens Neuhausen ob Eck. Im Schnitt habe ich bisher 120 Meter pro Stunde zurückgelegt, 6 Stunden pro Tag, 6 Tage die Woche und dafür nun genau 5 Wochen benötigt. Sollte ich dieses Tempo durchhalten, werde ich vorraussichtlich am 21.09. mein Ziel nach 10 Wochen erreichen und den langsamsten Marathon der Geschichte bewältigt haben.

Es freut mich, dass die Performance von den Menschen, die mir unterwegs begegnen, gut angenommen und respektiert wird. In den vergangenen 5 Wochen gab es bisher nicht eine wirklich abfällige Bemerkung über mein Tun. Das ist gegen jegliche Erwartung, denn als Künstler bin ich da anderes gewohnt. Ob das an der Ruhe liegt, die ich ausstrahle oder ob die Leute keine Erklärung finden für mein sehr langsames Gehen, bleibt mal dahingestellt.

Die meisten Leute respektieren auch mein meditatives In-mich-versunken-Sein und schauen mir nur bei der Langsamkeit zu. Was ein Angler an der Donau denkt, durch dessen Sichtfeld ich 2h gehe, oder ein Bauer, der über Tage in meiner Nähe Felder bestellt und mich am jeweils nächsten Tag nur ein paar hundert Meter weiter sieht, bleibt offen.
Aber ein bis zwei Personen pro Tag erliegen doch ihrer Neugier und fragen mich zumeist sehr vorsichtig, was ich denn da gerade mache. In wenigen Worten und im langsamen Weitergehen erkläre ich dann mein entschleunigtes Gehen. Mittlerweile hat nun aber auch der ein oder andere schon aus der Zeitung von mir erfahren.
Wenn ich dazu komme, mit den Zuschauern über eine Welt zu reden, in der es nur noch um Wachstum und Schnelligkeit zu gehen scheint und ich ihnen erkläre, dass ich diesem, mein Projekt der Entschleunigung entgegen setzen möchte, bekomme ich durchweg Zustimmung und positive Reaktionen, ganz als ob die Leute darauf gewartet hätten, dass mal jemand vorbeikommt, der die Welt etwas entschleunigen möchte. Auch wenn viele Menschen nach wie vor immer mehr wollen, ein größeres Haus, ein schnelleres Auto, etc. merke ich doch, dass ein stiller und wachsender Wunsch nach Durchatmen und Entschleunigung da ist und die Menschen merken, dass sie so nicht weitermachen möchten. Sie fühlen sich überfordert in dieser Welt voller Fortschritt und politischem Wandel. In unserer Leistungsgesellschaft, in der es nur um Wachstum geht, können sie das nicht zugeben.

15.08.2019
Funkloch

Damit der Live-Stream bei der Performance funktioniert, braucht der Mobile-WLAN Router einen guten Empfang des LTE-Netzes. Bis auf ein paar Ausnahmen gab es bis jetzt kaum Funklöcher. Erst bei Hintschingen war ich eine ¾ Stunde Offline. Warum sieht man an diesem Bild der Netzabdeckung. Das nächste größer Funkloch wird aber voraussichtlich erst nach Tuttlingen kommen.

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Netzabdeckung in Hintschingen
14.08.2019
Das Gewicht der Daten

Über einen mobilen WLAN-Router werden 10GB Daten pro Tag ins mobile Datenfunknetz hochgeladen. Unter anderem wird dadurch der Livestream möglich und die Videos können bei Vimeo archiviert werden und so jederzeit auf der Startseite www.walk-in-time.de angeschaut werden. Zusätzlich entstehen täglich zwischen 90GB und 100GB Primärdaten, die aber erst abends gesichert werden. Alle zwei Wochen werden die angefallen Daten auf einer zweiten externen Festplatte gesichert und die SD-Karten können wieder überspielt werden. Des weiteren kommen Foto- und Videoaufnahmen von Stanislaus Plewinski hinzu, der das alle 2-3 Tage ehrenamtlich dokumentiert. Die Daten des Sensors des KIT werden direkt online gespeichert und können nach dem Projekt abgerufen und ausgewertet werden. Im Augenblick ist abzusehen, dass insgesamt ca. 8TB an Video und Fotomaterial bei der Performance entstehen werden. Ein ganz schönes Gewicht…

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Der Rucksack - Walk in Time
13.08.2019
Die Technik
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Die Technik für die Performance Walk in Time

Zur Entschleunigung braucht man außer Zeit und dem Verlangen danach eigentlich nichts. Um daraus jedoch ein Kunstwerk zu machen und dieses auch noch live zu streamen ist ein enormer technischer Aufwand nötig. Hier sind die technischen Geräte, die dieses Unterfangen möglich machen:

01. Eine Smart-Watch, die als Backup die Performance verfolgt, den Herzschlag aufzeichnet und als Zeitmesser für unterwegs dient.

02. Einen “Sonnenschirm” für die Action-Kamera, mit eingebautem Aluminium Kühlkörper und USB Ventilator. Die Action-Kamera kann bei direkter Sonneneinstrahlung leicht überhitzen.

03. Einen "Sonnen/Regenschirm" für Action-Kamera ohne Kühlung. Da die Kamera an eine Powerbank angeschlossen wird, weil die normale Akkuleistung nicht ausreicht, ist sie nicht mehr 100% wasserdicht und muss bei starkem Regen geschützt werden.

04. Action-Kamera mit Halterung (Livestream-fähig).

05. Ersatz Action-Kamera (nicht Livestream-fähig).

06. Akku Action-Kamera für sehr starken Regen oder Probleme mit Kabel (max. Aufnahmezeit 2h).

07. Ersatzteil-Halterung.

08. Tracker, der live meine aktuelle Position über Satellit an meine Webseite www.walk-in-time.de übermittelt.

09. Mobile und stoßsichere Festplatte für das Speichern der Video-Rohdateien.

10. Powerbank für Kamera, mit Gürteltasche zur Befestigung.

11. Ersatz-Powerbank.

12. Powerbank für Mobiltelefone und Router.

13. Mini-SD-Speicherkarten mit jeweils 256GB.

14. Sensor mit Ladestation, vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zur Verfügung gestellt, um Daten wie Herzfrequenz, Hautwiderstand, Temperatur, Schrittzahl und Laufgeschwindigkeit kontinuierlich aufzuzeichnen. Der Sensor wird am Oberarm direkt auf der Haut getragen.

15. Armband für Sensor.

16. Laptop für Datensicherung und Kommunikation.

17. Mobiler Wlan-Router mit eingebautem Akku für die Übertragung des Livestreams direkt in das LTG Mobilfunknetz.

18. Ersatz-Mobiltelefon.

19. Mobiltelefon zur Ansteuerung der Actionkamera, Speicherung der Sensordaten und als Hotspot funktionierender Wlan-Router, sollte der mobile Wlan-Router ausfallen.

20. Halterung der Action-Kamera.

21. Sechsfach Steckdose mit Ladegeräten. Alle Geräte in Verwendung müssen täglich geladen werden.

07.08.2019
Begegnung mit Tieren
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Daniel Beerstecher - Hase. Foto: Stanislaus Plewinski

Wir leben in einem Beschleunigungs-Zeitalter, aber als Spezies kommen wir eigentlich doch nur langsam voran. Das hat wahrscheinlich zu unserem Bedürfnis geführt, schneller und schneller werden zu wollen, ob in Düsenjägern, auf dem Kapitalmarkt oder im Internet. Unsere zunehmende Geschwindigkeit verhindert jedoch den tieferen Kontakt zu unserer Umwelt und auch zu den darin lebenden Tieren.

Wilde Tiere nehmen reißaus wenn ein Wanderer oder Spaziergänger des Weges kommt. Vögel fliegen fort, wenn wir uns nähern. Eine Möglichkeit der Begegnung ist nicht gegeben. Ganz anders beim Slow-Walk und der Performance Walk in Time. Unzählige Male begegnete Daniel Beerstecher Tieren in nächster Nähe. Ein Hase hoppelt auf dem Feldweg direkt auf ihn zu und bleibt drei Meter vor ihm stehen. Es scheint als überlege er, mit was oder wem er es hier zu tun hat, ehe er gemütlich weiter zieht. Rehe grasen in wenigen Metern Entfernung, eine Marderfamilie lässt sich im herumtollen nicht stören, Eichhörnchen und Mäuse beobachten die Szenerie und Füchse kreuzen immer wieder seinen Weg. Es ist nicht klar, ob er durch seine langsamen Bewegungen nicht als Gefahr erkannt, oder ob er durch seine ausstrahlende Ruhe keinen Anlass zur Flucht gibt. Er wird Teil der Umwelt, nähert sich sehr langsam einem Ort und verlässt ihn in gleichem Tempo. Langsamkeit hilft manchmal die Welt zu erfahren. Alles braucht seine Zeit.

02.08.2019
Die Zügigkeit der Langsamkeit

Für Geschwindigkeit gibt es viele Begriffe: Hurtigkeit, Raschheit, Schnelligkeit,Tempo. Zügigkeit passt zu dem folgenden Video am besten. Es zeigt unterschiedliche Geschwindigkeiten, die zugleich im Bild sind und vergehen. Doch was ist Geschwindigkeit genau? Wie man sieht, ist Geschwindigkeit immer abhängig vom Bezugssystem und den anderen Dingen, die sich darin bewegen. Zügig geht es langsam weiter. Immer weiter im Fluss der Zeit.

Credits: Stanislaus Plewinski

20.07.2019
Daniel Beerstecher in der Sendung Kunscht! vom SWR

Ein wunderbares Porträt des Künstlers Daniel Beerstecher und seiner aktuellen Performance "Walk inTime" im SWR Fernsehen. Vielen Dank für diesen spannenden und facettenreichen Beitrag. Zum Video hier klicken.SWR Porträt

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Kunscht! mit Steffen König vom 18.7. aus dem Kunstmuseum Stuttgart
19.07.2019
SWR 2 RADIOBEITRAG ZUM START VON WALK IN TIME

Ein schöner Radiobeitrag von Sebastian Bargon, der auf SWR 2 & SWR4 zu hören war

16.07.2019
Auftakt der Performance Walk in Time

Die Performance “Walk in Time” startete am Sonntag, den 14.07.2019 um 12:58 vor dem Museum ArtPlus in Donaueschingen. Herzlichen Dank gilt dem Museum und der Leiterin Simone Jung für die einführenden Worte. Bei Sonnenschein wurden die ersten Meter Slow-Walk vor zahlreichen Gästen absolviert, langsam mit der Donau in Richtung Tuttlingen. Auch kurzzeitiger Regen stoppt die Fortbewegung nicht. Wir hoffen auf vielfältige Wetterlagen und werden hier auf dem Blog über die Performance sowie Hintergrundthemen berichten. In den nächsten Tagen werden der SWR (Radio und Fernsehen) über die Performance berichten. HIER vorbei schauen und LIVE verfolgen.

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10.07.2019
Einladung zum Auftakt der Performance „Walk in Time”

Das Museum Art.Plus lädt herzlich zum Auftakt der Performance „Walk in Time” am Sonntag, den 14.07.2019 ein. Um 12 Uhr gibt es eine kurze Einführung der Leiterin Simone Jung und ein Künstlergespräch. Mehr Informationen zur Veranstaltung und Performance hier im Artikel des Südkuriers.

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Auftakt der Performance um 12 Uhr am Sonntag (14.07) am Museum Art.Plus in Donaueschingen
05.07.2019
Daniel Beerstecher beim Skulpturenprojekt der Donaugalerie Tuttlingen

Die Performance „Walk in Time” des Künstlers Daniel Beerstecher findet im Rahmen des Skulpturenprojektes der Donaugalerie Tuttlingen statt. Über 14 Wochen hinweg werden Werke internationaler Größen, neben Werken namhafter Künstler*innen aus der Region, im Freien zu sehen sein. Die Donau als Lebensader der Region ist der wesentliche Bezugspunkt der Skulpturenschau. Die Performance „Walk in Time” ist als „Living Sculpture” ein besonderer Höhepunkt diesen Sommer und dauert voraussichtlich bis zu 70 Tagen. Der Weg des Slow-Walk Marathons verläuft an der Donau, im Fluss mit der Zeit. Interessierte, Besucher*innen und zufällige Gäste können sich auf dieser Webseite, den teilnehmenden Museen und den Touristeninformationen über den genauen Standort des Künstlers informieren. Jeder darf mitlaufen, den Künstler beobachten und sein eigenes Tempo finden. Slow-Walk erfordert eine enorme Konzentration und der Künstler bittet darum nicht angesprochen oder gestört zu werden.

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